Christoph Rath, Meret Hottinger, Samuel Streiff

Ursula Reiter, Ariane Andereggen

Philippe Graber, Meret Hottinger, Christoph Rath

Ursula Reiter, Ariane Andereggen
 

Kultur/Industrie/Spionage

Liese, Alexander und Dieter forschen in der Roten Fabrik. Mit einer neuen Kommunikationstechnik zielen sie darauf ab, den Zeittakt auszuhebeln. Denn die getaktete Innovation verunmöglicht Selbstbestimmung: Marktbedingungen strukturieren Zeiträume vor, definieren, was Kultur zu sein hat und erzeugen Beobachtungs- und Relevanzdruck.
     In den Versuchen der drei rutschen nun tatsächlich Zukünftiges und Vergangenes ineinander. Was zum Beispiel suchen die mysteriösen Kinder in der Nacherzählung eines Streiks? Und inwiefern hat die Geschichte der Roten Fabrik als ehemaliger Standort der ‹Standard Radio und Telefon AG› etwas mit den gestrigen Krawallen auf dem Areal zu tun?
     Im Auftrag der Unterhaltungsindustrie kundschaften zwei Spioninnen diese vielversprechend-verworrene Lage aus. Kommunikationstechnologie, die den Zeitfluss untergräbt, wäre ja einerseits wirtschaftsschädigend. Sie verheisst andererseits aber eine bessere Dosierung von Marktbedürfnissen – wenn sie umgekehrt angewendet werden könnte … Doch bald sind die Spioninnen selber der Krümmung des Zeitraums unterworfen. Die Kultur der Industrie – Solidarität und Streik – verschmilzt mit der Industrie der Kultur – Individualismus und Selbstvermarktung. Welche Kultur- und Freiheitsbegriffe konservativ oder progressiv sind, muss neu verhandelt werden. Ist der Kampf um Freiräume tatsächlich ein Kampf der Generationen? Jung gegen Alt?

Warme Kleidung zu empfehlen, einige Szenen spielen im Freien.
Premiere 22. November 2011. Weitere Aufführungen 23.11. und 28.11. bis 3.12. Tickets und Informationen unter www.rotefabrik.ch/de/fabriktheater/

Pressestimmen
«Ein kluges, ungemein vielschichtiges Projekt, dessen Wirkung nicht in simplen Effekten verpufft.» Andreas Tobler, Tages-Anzeiger, 24.11.2011
«... will auch in der Roten Fabrik allzu philosophisch sein und verliert sich dabei im Chaos.» Katja Baigger, NZZ, 24.11.2011

Artikel Tages-Anzeiger 24.11.2011, S. 29

Mit: Ariane Andereggen, Philippe Graber, Meret Hottinger, Christoph Rath, Ursula Reiter, Samuel Streiff 
Text, Regie, Installation:
Tim Zulauf
Dramaturgie:
Andreas Storm
Sound:
Susanne Affolter
Licht:
Stefan Marti
Video:
Guido Henseler
Produktionsleitung:
Lukas Piccolin
Grafik:
Markus Bucher

Biographien

Koproduktion:
Fabriktheater Rote Fabrik Zürich, Kaserne Basel, Tojo Theater Bern und «PRAIRIE – das Koproduktionsmodell von Migros-Kulturprozent mit innovativen Schweizer Theatergruppen»
Gefördert durch:
Kultur Stadt Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Schweizerische Interpretenstiftung

Spielort:
Fabriktheater und weitere Orte auf dem Fabrikareal
Dauer:
ca 80 Min