




| | Postfordismus / Fordismus
Ein situationsbezogener Videofilm von Franziska Koch und Tim Zulauf für «Cinécar Espasst», mobiles Kino im Minivan, von Ilja Komarov und Mara Züst
Der Videofilm «Postfordismus / Fordismus» dreht sich um Fort- und Rückschritte in der Arbeitswelt. Zentral steht die Frage, in wieweit und mit welchen Strategien Arbeit gelenkt werden kann. Im Zürcher Kreis 5, rund um die ehemalige Schiffbauhalle, hat sich eine Mischung unterschiedlichster Arbeitswelten etabliert. Ihr Mix ist exemplarisch für Länder der Ersten Welt: Ehemalige Industrieunternehmen ziehen aus städtischen Lagen weg in die Agglomeration. Sie hinterlassen Gebäudekomplexe, die von kulturellen Einrichtungen oder für Kulinarik und Freizeitangebote genutzt werden. Finanzkräftige Unternehmen des «dritten Sektors» mit Kommunikations-, Gestaltungs-, Finanz- und sonstigen Dienstleistungen ziehen dazu. Der Film wird in installativer Form als Projektion in einem Minivan vor Ort präsentiert. In einem ersten Teil zeigt er eine eigens inszenierte Sequenz: Auf drei SchauspielerInnen verteilt sind 1.) programmatische Texte aus dem Amt für Stadtentwicklung der Stadt Zürich 2.) theoretische Texte zu Phänomenen der immateriellen Arbeit und 3.) kämpferische Statements von gewerkschaftlicher Seite, mit denen neue Solidarisierungsformen in der flexibilisierten Welt der Angestellten gefordert werden. Diejenige der drei Figuren, die die theoretischen Texte spricht, fährt im Auto eine Schlaufe vom Escher-Wyss-Platz am Puls 5 und dem Techno-Park vorbei bis vor das Hotel Ibis am Turbinenplatz. Dort trifft sie auf die Positionen der Figuren «Stadtentwicklung» und «Gewerkschaft» – draussen vor dem Auto verkörpert von zwei SchauspielerInnen, die im Streit miteinander liegen, deren Stimmen im Wageninneren per Mikrophonübertragung aber deutlich und über die Distanz hinweg zu hören sind. Nach einem emotionalen Höhepunkt verlassen die beiden Streitenden die Szene und die Fahrt mit der Figur der «Immateriellen Arbeit» endet vor den Toren der Firma MAN-Turbo. Dort nehmen die beiden im Widerstreit liegenden Positionen endgültig körperliche Präsenz im Auto an. Nach der Kurzfilmsequenz von 13 Minuten folgt eine Montage von found-footage-Materialien zu Stadtentwicklung, Lebensqualität, Arbeitswelt-Design und Invenstmentbanking. Historische Filmsequenzen zeigen das Innere der Industriehallen im Kreis 5, beschreiben die Entwicklung des Schweiz-typischen Arbeitsfriedens zwischen Arbeitgeber und dem Uhren- und Metallarbeiterverband und die Entwicklung des Fliessbandes als Produktionsform.
Mit Texten von: Anti-Kapitalismus AG im BrG, Remo Aslak Burkhard, Oliver Fahrni, Michael Hardt, Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Rahel Kamber, Armin Medosch, Antonio Negri, Andreas Rieger
Mit Filmausschnitten aus: Stadt Zürich Tiefbauamt: «Für mehr Lebensqualität» (2009), Erwin Wagenhofer: «Let’s Make Money» (2009), Edgar Reinhard und blackbox and limelight studios: «Toyota, IBM» (1980er), Thomas Koerfer: «Der Gehülfe» (1976), Pro Film, SMUV: «Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr» (1962), BBC, Spiegel TV: «Peoples Century – On the Line» (1995)Schauspiel Andreas Storm, Cathrin Störmer, Birgit Stöger Dauer 34 Minuten Ort Zwischen Escher-Wyss-Platz und Schiffbau, 8005 Zürich Datum Mittwoch, den 10.3.2010, von 20-23 Uhr
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